Mein Vater, Fischer Reinhard Mey, hat am 26.10.2010 im Alter von 82 Jahren seine letzte Reise angetreten. Viele Jahre fischte er in der Ostsee, Nordsee, Kieler Bucht und auf unserer Kieler Förde und prägte zusammen mit vielen anderen Fischern und deren Kutter das Hafenbild. Diese Zeiten sind lange vorbei. Hier Bilder aus den Stationen seines Lebens.

 

Von Stickenhörn aus ging er die letzten Jahre seiner Fischerlaufbahn mit dem 9,4m langen Kutter Goldbutt dem Fischfang nach.

Am Strand von Tenkitten bei Pillau Kreis Samland in Ostpreußen wurde mein Vater 1928 geboren.

Schon viele unserer Generationen lebten vom Fischfang und dem Meer. Lachs, Dorsch, Aal und Flunder wurden gefangen. Ganz recht mein Großvater Gustav Mey

Die Kindheit verlief mit der Schwester Hildegard glücklich. Mit Anlauf ging es im Sommer morgens in die Ostsee.

Mit 10 bekam mein Vater ein eigenes Boot und erlernte vom Vater die Fischerei .

Sein treuer Begleiter der Bordhund Bobby.

1943 zog die Familie nach Pillau, weil mein Großvater das Boot nicht mehr an den Strand ziehen konnte. Mit dem angeschafften Kutter Pillau 33 Anna Maria wurde bis zur 1.Flucht gefischt. Aus ungeklärten Gründen kehrte mein Großvater mit der Familie nach Pillau zurück und wurde mit dem Kutter zwangsverpflichtet. Am 24. April versenkten Tieflieger den Kutter. Mein Großvater kam dabei ums Leben. Der Rest der Familie konnte sich gerade mit dem was sie am Leib trugen und einem durchschossenen Fotoalbum retten. (Daher die Bilder)

Mit knapp 17 Jahren musste mein Vater für die Familie aufkommen. Über Kopenhagen, Fehmarn, Strande und Heikendorf schlug er sich mit Fischerei durch und sie kamen schließlich nach Friedrichsort ins Lager Schusterkrug. Mein Vater charterte mit Verwandten einen Kriegsfischkutter und fischte in der Nord- und Ostsee. ( Hier vor der Germania Werft?)

 

Mein Vater ist links auf dem Kriegsfischkutter zu sehen.

Netze musste er nicht nur auf dem Kutter Heimatland flicken...

...sondern auch zu Hause. ( Hier ein paar Jahre später nach dem Umzug aus dem Lager )

Jeder Fischer will sein eigenes Fahrzeug und so kaufte er 1952 mit erreichen seiner Darlehensfähigkeit den Fischkutter Martin,...

...der bei Firma Herms Gebr. Friedrich verlängert wurde. Er war dort, so sagte er, der erste Kunde.

Der Fischkutter bekam die Fischereinummer SK68 und änderte von Zeit zu Zeit sein Aussehen.

1967 - Werftprobefahrt mit neuem Mercedes-Motor, der während der ersten Wirtschaftskrise der BRD bei HDW in Kiel eingebaut wurde
Pause nach dem Aufnehmen der Lachsnetze. Zum Lachsfang ging es mit vier Mann Besatzung bis ins Seegebiet um Gotland und in die Nähe der alten Heimat der Danziger Bucht.
Durch die Konkurenz der Lachszucht und aus Besatzungsmangel wurde der Kutter 1977 verkauft und durch den Goldbutt ersetzt. Fischkutter Martin wie er zuletzt war bei der Bootswerft Rathje.
Mit meinem Opa mütterlicherseits, Karl Spitz, der ebenfalls seit Generationen von Fischern abstammt ging es im Nebenerwerb auf Fang im Bereich der Kieler Förde. Siehe auch Fischfang Dezember 2009
Der Goldbutt mit Fischereizeichen Fri 5 vor Lindenau.
Als Schiffsführer arbeite mein Vater bis zur Rente beim Institut für Meereskunde und auf den Sperrboten vor Todendorf. Das Ein- u. Auslaufen gehörte viele Jahre zum täglichen Fördealltag.

Abschied nannte ich dieses Bild von 1959. So sah mein Vater uns, wenn er zum Fischfang auslief. Eine Lachsfangreise dauerte bis zu 6 Wochen. Ich bin ganz links auf dem Arm meiner Mutter im alten Stickenhörner Fischereihafen. Großmutter mit Cousin rechts und zwei Tanten von mir in der Mitte.

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